Die Janka-Härteskala einfach erklärt

Illustration einer Stahlkugel, die neben einer Messskala und gestapelten Holzproben in ein Holzstück gedrückt wird

Der Janka-Härtegrad gibt an, welche Kraft nötig ist, um eine Stahlkugel mit 0,444 Zoll (11,28 mm) Durchmesser bis zur Hälfte in Holz zu drücken. In den USA wird er in Pfund-Kraft (lbf) angegeben, andernorts in Newton (N). Je höher der Wert, desto widerstandsfähiger ist das Holz gegen Dellen und Abnutzung: Die Weymouth-Kiefer erreicht etwa 380 lbf, Roteiche etwa 1290, Hartahorn etwa 1450 und Ipé etwa 3500.

Holzhärte-Tabelle: gängige Holzarten im Vergleich

Ungefähre Härte der Holzoberfläche bei 12 % Holzfeuchte, angegeben in lbf. Weich (unter 700): Balsa ~70, Riesen-Lebensbaum ~350, Weymouth-Kiefer ~380, Linde ~410, Pappel ~540, Douglasie ~620, Südstaaten-Kiefer ~690.

Mittlere Härte (700 bis 1200): Mahagoni ~800, Amerikanische Kirsche ~950, Weichahorn ~950, Amerikanischer Nussbaum ~1010, Teak ~1070, Birke ~1260. Hart (1200 bis 2000): Roteiche ~1290, Amerikanische Esche ~1320, Weißeiche ~1360, Sapelli ~1410, Hartahorn ~1450, Hickory ~1820. Sehr hart (über 2000): Jatoba ~2350, Amaranth ~2520, Ipé ~3500.

Die Werte können je nach Quelle und Holzstück um 10 bis 20 Prozent abweichen. Verstehen Sie sie daher als Richtwerte, nicht als exakte Angaben.

Was der Janka-Wert aussagt – und was nicht

Der Janka-Test misst, wie gut die Oberfläche eines Brettes Dellen widersteht. Der Wert hilft einzuschätzen, wie ein Boden oder eine Tischplatte Absätze, herunterfallende Schlüssel und Stuhlbeine verkraftet. Über Biegefestigkeit, Steifigkeit oder den Halt von Schrauben sagt er nichts aus. Douglasie hat beispielsweise einen niedrigen Janka-Wert, gehört aber zu den tragfähigsten Bauhölzern. Härter ist außerdem nicht immer besser: Sehr harte Hölzer machen Werkzeuge schneller stumpf, lassen sich schwerer nageln und können spröde sein.

LasWood-Holzartenprofil mit Härtegrad und typischen Verwendungszwecken von Nussbaumholz
LasWood zeigt den Härtegrad in jedem Holzartenprofil an.

Die passende Holzhärte für Ihr Projekt

Für Böden in stark genutzten Wohnräumen empfiehlt sich ein Wert ab 1200: Eiche, Hartahorn und Hickory sind gängige Optionen. Für Tischplatten bieten Werte ab etwa 950 guten Schutz vor alltäglichen Gebrauchsspuren. Zum Schnitzen eignen sich weiche Hölzer unter 600, etwa Linde, deutlich besser. Für Schneidebretter sind 900 bis 1500 ein guter Bereich: Das Holz bekommt nicht so schnell Schnittspuren, ohne Messer unnötig abzustumpfen.

Den Härtegrad eines Holzstücks herausfinden

Eine Härtetabelle hilft nur, wenn Sie die Holzart kennen. Fotografieren Sie die Maserung: LasWood bestimmt die Holzart und zeigt Ihnen Härtegrad, typische Verwendungszwecke und Hinweise zur Oberflächenbehandlung. So prüfen Sie schnell, ob eine unbekannte Bodendiele, ein Reststück oder ein Tisch aus zweiter Hand der geplanten Beanspruchung standhält.

Häufige Fragen

Was ist das härteste Holz der Welt?

Pockholz und australische Buloke zählen mit jeweils deutlich über 4000 lbf zu den härtesten Hölzern. Unter den handelsüblichen Hölzern für Fußböden liegen Ipé und Brasilianischer Nussbaum weit vorn.

Ist ein höherer Janka-Wert für Holzböden immer besser?

Nur bis zu einem gewissen Punkt. Ab etwa 1200 lbf hält ein Boden alltäglichen Dellen gut stand. Deutlich härtere Holzarten sind zwar widerstandsfähiger, kosten aber mehr und lassen sich schwerer verlegen und abschleifen.